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Wie erreicht man Jugendliche heute wirklich?

Wie erreicht man Jugendliche heute wirklich?
10:21


TL;DR
(„Too Long; Didn't Read“)

  • Jugendliche erreichen gelingt 2026 nur über die Kombination aus persönlicher Ansprache und digitalen Kanälen – ein einzelner Weg reicht nicht mehr.
  • Laut JIM-Studie 2025 ist das Smartphone bei 98 Prozent das meistgenutzte Gerät; WhatsApp, Instagram und Snapchat bestimmen den Alltag, KI wird zur zweitwichtigsten Informationsquelle.
  • Der azubi.report 2025/26 zeigt: Sicherheit, Orientierung und Verständlichkeit zählen für die Generation Z mehr als Hochglanz und Status.
  • Die AusbildungsOffensive-Bayern erreichte im vergangenen Schuljahr über 50.000 Jugendliche an rund 450 Schulen – bei einer Weiterempfehlungsquote durch Lehrkräfte von über 98 Prozent.

Wie erreicht man Jugendliche heute eigentlich noch? Die Frage treibt Unternehmen, Verbände und Bildungsträger gleichermaßen um, denn klassische Werbung verpufft und reine Social-Media-Kampagnen verlieren schnell an Wirkung. Wer junge Menschen gewinnen will, sollte gut verstehen, wo sie unterwegs sind, was sie bewegt und welche Sprache ankommt. Dieser Artikel zeigt, welche Wege heute funktionieren – belegt mit aktuellen Studien und einem Praxisbeispiel aus der Berufsorientierung.

Wie erreicht man Jugendliche heute?

Jugendliche erreichen funktioniert heute am besten über die Verbindung aus direkter, persönlicher Ansprache und digitalen Formaten, die im Alltag tatsächlich genutzt werden. Ein einzelner Kanal genügt nicht mehr – entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Zugänge entlang der gesamten Aufmerksamkeitskette.

Die Generation Z wächst so digital auf wie keine Generation zuvor. Gleichzeitig zeigt sich: Persönlicher Kontakt verliert nicht an Bedeutung, er gewinnt sie. Über das aktuelle Weltgeschehen erfahren Jugendliche laut JIM-Studie 2025 am häufigsten durch Gespräche mit Familie (67 Prozent) und Freundinnen und Freunden (55 Prozent) – also durch direkten Austausch. Reichweite entsteht digital, Vertrauen entsteht im Gespräch.

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Für die Ansprache bedeutet das ein Sowohl-als-auch statt Entweder-oder: Wer Jugendliche dort abholt, wo sie scrollen, und sie zugleich persönlich erreicht, schafft Relevanz. Genau dieses Prinzip prägt erfolgreiche Initiativen in der Berufsorientierung – von der ersten Aufmerksamkeit auf Social Media bis zur vertiefenden Auseinandersetzung im Klassenzimmer.

Warum die Ansprache schwieriger geworden ist

Die Ansprache junger Menschen ist heute anspruchsvoller, weil sich gleichzeitig der Arbeitsmarkt, die Mediennutzung und die Erwartungshaltung der Zielgruppe verändert haben. Wer das ignoriert, sendet an der Lebenswelt der Jugendlichen vorbei.

Der Wettbewerb um Nachwuchs ist hart: Laut Bundesagentur für Arbeit und Auswertungen der Bertelsmann Stiftung (Januar 2025) blieben in Deutschland im Jahr 2024 rund 70.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Zugleich beginnen jedes Jahr fast 250.000 Jugendliche eine Maßnahme im sogenannten Übergangssektor, weil sie nach der Schule keinen Ausbildungsplatz finden – obwohl knapp zwei Drittel von ihnen die Voraussetzungen für einen direkten Start mitbringen würden.

Hinzu kommt eine wachsende Orientierungslosigkeit. Der azubi.report 2025/26 von Ausbildung.de zeigt, dass fast die Hälfte der jungen Menschen die eigenen Stärken noch nicht kennt und sich ebenso viele beim Bewerben keine klare berufliche Zukunft vorstellen können. Es fehlt also weniger an Plätzen als an Brücken: an verständlicher, nahbarer Orientierung, die junge Menschen tatsächlich erreicht.

Wo Jugendliche 2026 wirklich unterwegs sind

Jugendliche sind 2026 vor allem mobil, sozial und zunehmend KI-gestützt unterwegs – das Smartphone ist dabei der zentrale Knotenpunkt. Wer dort nicht sichtbar ist, existiert für die Zielgruppe faktisch nicht.

Die JIM-Studie 2025 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs), für die zwischen Juni und Juli 2025 rund 1.200 Zwölf- bis 19-Jährige befragt wurden, liefert das aktuellste Bild.

mediennutzung-jugendliche-2026Das Smartphone ist mit 98 Prozent das meistgenutzte Gerät, die durchschnittliche Bildschirmzeit liegt bei knapp vier Stunden täglich. Besonders auffällig ist der Sprung bei der KI-Nutzung: Die Informationssuche per KI stieg gegenüber 2024 um 27 Prozentpunkte auf 70 Prozent, ChatGPT ist inzwischen das zweitwichtigste Recherche-Tool hinter klassischen Suchmaschinen.

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Apps der Jugendlichen laut JIM-Studie 2025 zusammen:

Plattform Bedeutung für Jugendliche (JIM-Studie 2025)
WhatsApp Wichtigste App; 84 % zählen sie zu ihren Top 3, 96 % nutzen sie regelmäßig
Instagram Klare Nummer zwei; von rund einem Drittel als wichtigste App genannt
Snapchat Erstmals seit Jahren wieder vor TikTok auf Rang drei
TikTok Weiterhin relevant, aber knapp hinter Snapchat
KI / ChatGPT 84 % haben ChatGPT schon genutzt; zweitwichtigste Informationsquelle

 

Für die Praxis heißt das: Eine mobil-optimierte Ansprache ist Pflicht, und die Inhalte müssen so aufbereitet sein, dass auch KI-Systeme sie als Quelle aufgreifen. Die Berufsorientierung verlagert sich messbar ins Digitale – schnell, mobil und intuitiv.

Was Jugendliche von Botschaften erwarten

Jugendliche erwarten von Botschaften vor allem Verständlichkeit, Orientierung und ein glaubwürdiges Versprechen von Sicherheit – nicht möglichst laute Selbstdarstellung. Wer hält, was er sagt, gewinnt Vertrauen.

Der azubi.report 2025/26 beschreibt die Generation Z als Generation der Realisten: Drei von vier Befragten wünschen sich einen sicheren Arbeitsplatz, 70 Prozent nennen Work-Life-Balance als wichtigste Voraussetzung für berufliche Zufriedenheit. Sicherheit und Planbarkeit haben Status und reine Selbstverwirklichung als zentrale Treiber abgelöst. Auch die Trendstudie „Jugend in Deutschland 2025" von Simon Schnetzer, Kilian Hampel und Klaus Hurrelmann, für die Anfang 2025 über 2.000 14- bis 29-Jährige befragt wurden, zeigt: Geld (52 Prozent), Spaß (37 Prozent) und das Erreichen eigener Ziele (34 Prozent) stehen oben – ein deutlicher Ausdruck des Wunsches nach Stabilität.

Wichtig ist außerdem, wer mitredet. Laut azubi.report bleiben Eltern mit 22 Prozent die wichtigsten Begleiter in der Berufsorientierung – deutlich vor Social Media mit 11 Prozent. Wer Jugendliche erreichen will, sollte das Umfeld also mitdenken. Und: Fast jeder zweite Azubi fand seinen Ausbildungsplatz über ein Schülerpraktikum, also über konkretes Erleben statt abstrakter Information.

Direkte Ansprache trifft digitale Formate

Am wirksamsten ist eine Strategie, die persönliche Ansprache im Klassenzimmer mit erlebbaren digitalen Formaten verbindet. So entsteht ein durchgängiger Weg von der ersten Aufmerksamkeit bis zur ernsthaften Auseinandersetzung mit beruflichen Möglichkeiten.

ansprache-digitale-formateDer persönliche Kontakt bildet das Fundament. Geschulte Teams, die direkt mit Schülerinnen und Schülern im Klassenverbund arbeiten, vermitteln Einblicke in Berufsmöglichkeiten und unterstützen bei der ersten Orientierung. Diese Nähe lässt sich digital ergänzen, aber nicht ersetzen – sie schafft das Vertrauen, das die Generation Z laut JIM-Studie 2025 weiterhin im direkten Austausch sucht.

Ergänzend sorgen immersive Formate für Erlebnischarakter. Mit Virtual Reality und 360-Grad-Videos können Jugendliche Berufsfelder realitätsnah erkunden und typische Arbeitsumgebungen digital betreten. Forschungsprojekte wie BeLEARN VR der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung zeigen, dass solche immersiven Anwendungen das Lernen kognitiv und emotional unterstützen; Landesprogramme in NRW und Brandenburg setzen VR-Brillen bereits regelmäßig in der Berufsfelderkundung ein. So werden Berufe greifbar – gerade dort, wo ein klassisches Praktikum schwer zu organisieren ist.

Den Rahmen liefern digitale Kanäle: Über Social Media werden Jugendliche in ihrem Alltag auf das Thema aufmerksam, eine durchdachte Website bietet darauf aufbauend vertiefende Orientierung. Aufmerksamkeit, Erlebnis und Information greifen so ineinander.

Praxisbeispiel: Die AusbildungsOffensive-Bayern

Die AusbildungsOffensive-Bayern ist ein konkretes Beispiel dafür, wie sich Jugendliche im großen Maßstab erreichen lassen, wenn persönliche Ansprache und digitale Formate strategisch verbunden werden. Im vergangenen Schuljahr erreichte die Initiative über 50.000 Jugendliche an rund 450 Schulen in ganz Bayern.

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Die Kampagne der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm wird von der Münchener Agentur straight strategisch betreut und operativ umgesetzt – von den Schuleinsätzen über digitale Maßnahmen wie Virtual Reality, 360-Grad-Videos und Social Media bis zur inhaltlichen Ausgestaltung der Web-Angebote. Wie die VR Experience im Schulalltag wirkt, zeigt auch ein TV-Beitrag von Sat.1. Die Weiterempfehlungsquote durch Lehrkräfte liegt bei über 98 Prozent – ein starkes Signal für die Akzeptanz im Schulalltag.

Hinter dem Erfolg steht ein klares Verständnis der Zielgruppe. „Jugendliche brauchen keine Hochglanzkampagnen, sondern Orientierung, die sie wirklich erreicht. Deshalb verbinden wir direkte Ansprache im Klassenzimmer mit einer Ansprache über Kanäle, die im Alltag tatsächlich genutzt werden", sagt Frank S. Miller, CEO der Creative Growth Agentur straight - und 2-facher Vater. „Entscheidend ist, dass die Inhalte verständlich sind und die Jugendlichen dort abholen, wo sie stehen."

Bemerkenswert ist die Langfristigkeit: Die Initiative läuft seit 2001 und wird kontinuierlich weiterentwickelt – auf Basis von Rückmeldungen aus den Schuleinsätzen und begleitenden Studien zur Lebenswelt junger Menschen. Hinter der AusbildungsOffensive-Bayern stehen rund 3.700 Mitgliedsunternehmen des Verbands.

Fazit

Jugendliche erreichen ist heute kein Kanalproblem, sondern eine Frage der Strategie. Wer junge Menschen gewinnen will, kombiniert persönliche Ansprache mit digitalen Formaten, spricht eine klare und verständliche Sprache und stellt das in den Mittelpunkt, was der Generation Z wichtig ist: Sicherheit, Orientierung und echtes Erleben. Aktuelle Studien wie die JIM-Studie 2025 und der azubi.report 2025/26 belegen diesen Bedarf, und Initiativen wie die AusbildungsOffensive-Bayern zeigen, dass der Ansatz im großen Maßstab funktioniert. Relevanz entsteht durch Nähe und Verständlichkeit – nicht durch Lautstärke.

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